WLAN durch Wände: Warum Ihr Signal schwach ist und was wirklich hilft
Das WLAN im Wohnzimmer ist perfekt, aber im Schlafzimmer nebenan bricht es zusammen. Das Problem ist nicht Ihr Router — es sind Ihre Wände.
Wie stark Wände Ihr WLAN bremsen
WLAN-Signale verlieren beim Durchgang durch Materialien an Stärke. Wie viel, hängt vom Material und der Frequenz ab:
| Material | Dämpfung 2,4 GHz | Dämpfung 5 GHz |
|---|---|---|
| Holztür | 2 – 3 dB | 3 – 4 dB |
| Trockenbauwand | 3 – 5 dB | 4 – 6 dB |
| Ziegelwand (11,5 cm) | 5 – 8 dB | 8 – 12 dB |
| Ziegelwand (24 cm) | 8 – 12 dB | 15 – 20 dB |
| Stahlbetondecke | 15 – 20 dB | 20 – 30 dB |
| Metalltor / Aufzug | 20+ dB | 30+ dB |
Zum Vergleich: Ein typischer Router sendet mit etwa 20 dBm. Nach einer 24-cm-Ziegelwand und einer Stahlbetondecke ist das Signal um 35+ dB gedämpft — praktisch weg.
5 GHz ist schneller, aber schlechter durch Wände. Das ist der Grund, warum Ihr 5-GHz-WLAN im Nebenzimmer versagt, während 2,4 GHz noch funktioniert.
Was nicht hilft
Stärkerer Router
Die Sendeleistung von Routern ist gesetzlich begrenzt (100 mW EIRP bei 2,4 GHz, 200 mW bei 5 GHz). Ein teurer Router sendet nicht stärker als ein günstiger — er hat nur bessere Antennen und Software.
WLAN-Kanal wechseln
Hilft bei Interferenzen durch Nachbar-WLANs, aber nicht gegen Wände. Physik ist Physik.
Router höher stellen
Kann minimal helfen, wenn der Router bisher am Boden stand. Aber es ändert nichts an der Wanddämpfung.
Was wirklich hilft
1. Zweiten Access Point aufstellen (beste Lösung)
Ein Access Point auf der anderen Seite der Wand, per Netzwerkkabel angebunden. Volle Geschwindigkeit, keine Verluste. Braucht allerdings ein Kabel.
2. Mesh-System mit Kabelanbindung
Mesh-Knoten, die per Netzwerkkabel verbunden sind, funktionieren wie Access Points — nahtloses Roaming, volle Geschwindigkeit. Ohne Kabel funken sie über WLAN zum nächsten Knoten — dann verlieren Sie Bandbreite.
3. Powerline-Adapter mit WLAN
Nutzen die Stromleitung als Netzwerkkabel-Ersatz. Die Geschwindigkeit schwankt stark (50 bis 300 Mbit/s real), aber durch dicke Wände ist es besser als nichts. Keine Profi-Lösung, aber ein brauchbarer Kompromiss für zu Hause.
4. 2,4 GHz bewusst nutzen
Für Geräte hinter Wänden: Schalten Sie ein separates 2,4-GHz-Netz ein. Langsamer (max. 300–600 Mbit/s), aber deutlich bessere Durchdringung.
Sonderfall Altbau
Altbauten in Köln, Bonn oder Düsseldorf mit 30-40 cm dicken Bruchsteinwänden sind WLAN-Killer. Hier hilft oft nur: Ein Access Point pro Raum, angebunden per Netzwerkkabel. Das klingt aufwändig, ist aber die einzige Lösung, die zuverlässig funktioniert.
Zusammengefasst
| Problem | Lösung |
|---|---|
| 1 Wand (Trockenbau) | Router optimal positionieren |
| 1-2 Wände (Ziegel) | 2,4 GHz nutzen oder Mesh |
| Mehrere Wände / Beton | Access Point per Kabel |
| Altbau mit Bruchstein | 1 AP pro Raum |
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