Videoüberwachung

Baustellenüberwachung: Was kostet mobile Videoüberwachung?

Mobile Videoüberwachung für Baustellen kostet 350 bis 500 € pro Monat zur Miete, Kaufanlagen beginnen bei 3.000 €. Was den Preis bestimmt, welche Technik taugt und was die DSGVO fordert.

Baran Tekin· Marketing & IT-Sicherheit6 min Lesezeit
Überwachungskamera auf einer Baustelle, mobile Videoüberwachung schützt Maschinen und Material
Foto: Marek Studzinski auf Unsplash

Mobile Videoüberwachung für Baustellen kostet zur Miete 350 bis 500 € im Monat pro Kamerasäule, inklusive Lieferung, Auf- und Abbau. Kaufanlagen beginnen bei 3.000 €. Was den Preis im Einzelfall treibt, ist die Infrastruktur: LTE kostet mehr als ein vorhandener Netzanschluss, Solar mehr als Baustrom. Und ob sich Miete oder Kauf rechnet, hängt fast ausschließlich davon ab, wie lange das Projekt dauert und ob es Folgeprojekte gibt.

Mieten oder kaufen?

Bei einem Bauprojekt über sechs Monate ist Miete meist günstiger. Bei Bauunternehmen mit mehreren parallelen Baustellen oder Projekten über 18 Monate rechnet sich der Kauf, weil die Mietgebühren dann die Anschaffungskosten übersteigen.

VarianteMonatliche KostenGesamtkosten nach 12 MonatenEmpfohlen für
Mietanlage, 1 Kamerasäule350 bis 500 €4.200 bis 6.000 €Projekte bis 12 Monate
Kaufanlage, 2 Kameraseinmalig 3.000 bis 4.500 €3.000 bis 4.500 €wiederkehrender Bedarf
Kaufanlage plus Wartungsvertrag50 bis 80 €3.600 bis 5.460 €eigenes System ohne interne IT

Mietanlagen vermitteln wir über geprüfte Partnerbetriebe, geplant und konfiguriert werden sie von uns. Vielen Kunden empfehlen wir trotzdem, zunächst zu mieten: Wer noch nicht weiß, wie viele Kameras er an welchen Punkten braucht, kauft auf unsicherer Grundlage. Ein Quartal mieten, Erfahrungen sammeln, dann entscheiden.

Was kostet Baustellenüberwachung konkret?

Die größten Preistreiber sind Übertragungsweg, Stromversorgung und Speicherlösung.

LTE oder vorhandener Anschluss. Auf Baustellen ohne Netzanschluss läuft die Übertragung über einen LTE-Router auf der Säule. Ein Datentarif für Videoüberwachung kostet 15 bis 40 € pro Monat, je nach Volumen. Bewegungsgesteuerte Aufzeichnung spart hier deutlich. Wo die Baustelle schon einen Internetanschluss hat, entfällt dieser Posten.

Solar oder Baustrom. Solarsäulen sind in der Anschaffung teurer, 800 bis 1.500 € Aufpreis pro Säule, auf Baustellen ohne Baustromnetz aber die einzige Option. Eine korrekt dimensionierte Anlage läuft in NRW auch im Winter durch, sofern das Panel nicht dauerhaft beschattet ist.

Lokale Speicherung oder Cloud. Lokale Aufzeichnung auf dem Rekorder in der Säule ist datenschutzrechtlich der sauberere Weg und unsere Standardlösung. Cloudspeicherung ist dann sinnvoll, wenn die Aufnahmen sofort extern gesichert werden sollen, etwa weil die Säule selbst gefährdet ist. Cloudgebühren liegen bei 20 bis 60 € pro Monat.

Für eine Kaufanlage kommen zu den Kameras und dem Rekorder pro Standort der Mast, die Solarversorgung und der LTE-Router dazu, also 800 bis 1.500 € Aufpreis je Säule gegenüber einer festen Installation.

Beispielrechnung: 4 Monate Miete, zwei Kamerasäulen

PositionPreis
2 Kamerasäulen, Solar und LTE, je 350 bis 500 € pro Monat700 bis 1.000 € pro Monat
Laufzeit 4 Monate2.800 bis 4.000 €
Lieferung, Auf- und Abbau, technischer Supportim Mietpreis enthalten
Gesamt2.800 bis 4.000 €

Welche Technik taugt auf der Baustelle?

Was auf dem Büroparkplatz funktioniert, überlebt den ersten Winter auf einer Rohbaustelle nicht.

Schutzklasse. Mindestens IP66, besser IP67. Das schützt gegen Strahlwasser aus allen Richtungen. IK10 für Stoßsicherheit ist kein Luxus, die Kamera steht da, wo Maschinen rangieren.

Auflösung und Brennweite. 4K ist der Standard, aber die Auflösung allein sagt nichts über die nutzbare Distanz. Eine 4K-Kamera mit 4-mm-Weitwinkel identifiziert Personen bis etwa 9 m und liest jenseits von rund 10 m kein Kennzeichen. Wer Personen auf 30 m identifizieren will, braucht eine längere Brennweite oder eine Kamera mit optischem Zoom, keine höhere Megapixelzahl. Die Zusammenhänge stehen im Beitrag zu Reichweite und Brennweite.

Kennzeichen. Für Kennzeichen an der Zufahrt setzen wir eine dafür gebaute Kamera ein, die UniFi AI LPR, die laut Datenblatt je nach Objektiv auf etwa 15 bis 30 m liest. Eine Standardkamera mit Weitwinkel leistet das nicht.

Geräte. Wir planen und installieren auf UniFi Protect, im Außenbereich mit G6 Bullet oder G6 Turret in 4K. Diese Kameras sind PoE-Geräte, sie hängen also am Switch in der Säule und werden über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt. Die LTE-Verbindung stellt nicht die Kamera her, sondern ein LTE-Router in der Säule, an dem der Rekorder und der Switch hängen. Consumer-Kameras aus dem Smart-Home-Regal haben auf einer Baustelle nichts zu suchen: keine robuste Montage, keine zentrale Verwaltung, keine dokumentierbare Zugriffskontrolle.

DSGVO auf der Baustelle

Baustellen sind kein rechtsfreier Raum. Drei Punkte sind wichtig:

Beschäftigte. Kameras dürfen Beschäftigte nicht dauerhaft und systematisch überwachen. Zulässig ist die Absicherung von Materiallager, Baumaschinen und Zugängen, nicht die Verhaltenskontrolle der Belegschaft. Rechtsgrundlage im Beschäftigungsverhältnis ist § 26 BDSG mit dokumentierter Interessenabwägung, nicht die Einwilligung der Beschäftigten. Wo ein Betriebsrat besteht, greift § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG und es braucht eine Betriebsvereinbarung.

Informationspflicht. Ein Hinweisschild am Zugang ist Pflicht. Text und Piktogramm genügen für die Erstinformation, zusätzlich muss in einem leicht zugänglichen Dokument stehen, wer der Verantwortliche ist, wie lange gespeichert wird und welche Rechte Betroffene haben. Das kann auf der Unternehmenswebsite liegen.

Öffentlicher Raum. Wenn die Kamera den angrenzenden Gehweg oder die Straße erfasst, wird es kompliziert. Für Baustellen mit Beeinträchtigung öffentlicher Flächen gibt es oft eine Genehmigung der Straßenverkehrsbehörde, damit ist die Videoüberwachung öffentlichen Raums aber nicht abgedeckt. Es gelten dieselben Grundregeln wie bei der Videoüberwachung am Eigenheim: Nur das eigene Gelände darf erfasst werden. Im Zweifel Kamera enger ausrichten oder eine Privatzone für den Straßenbereich setzen.

Typische Fehler, die wir auf Baustellen sehen

Zu wenige Kameras. Eine Kamera für ein Gelände von 5.000 m² wirkt nur als Attrappe. Pro 500 bis 800 m² sollte mindestens eine Kamera stehen, mit überlappenden Sichtfeldern.

Falsch platziert. Kamera auf 3 Meter Höhe mit Blick in die Gegenrichtung des Hauptrisikos. Materiallager, Baumaschinen und Zugangstore haben Priorität, nicht die Bürocontainer.

Kein Monitoring. Aufnahmen existieren, werden aber nicht ausgewertet. Ein Bewegungsalarm, der nachts eine Push-Nachricht auslöst, macht die Anlage aktiv statt passiv. Mit Objekterkennung fallen die nächtlichen Fehlalarme durch Tiere und Schatten weg, sonst wird die Meldekette nach einer Woche ignoriert.

Wir planen und installieren Videoüberwachung für Baustellen in Bonn, Köln und Düsseldorf. Mietanlagen vermitteln wir über geprüfte Partnerbetriebe, eigene Anlagen planen, liefern und installieren wir selbst. Rückmeldung innerhalb eines Werktags, Angebot nach Vor-Ort-Aufmaß. Sprechen Sie uns an mit Gelände, Laufzeit und Risikopunkten.

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel klären Sie die Details mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einem Fachanwalt.

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