Zutrittskontrolle

RFID vs Fingerabdruck: Welche Zutrittskontrolle passt zu Ihnen?

Stahlbergen Team17. November 20253 min Lesezeit

Sie planen eine elektronische Zutrittskontrolle und fragen sich: RFID-Chipkarte oder Fingerabdruckscanner? Beide Technologien funktionieren, aber sie eignen sich für unterschiedliche Szenarien.

Der Vergleich

KriteriumRFID-KarteFingerabdruck
SicherheitHoch (verschlüsselte Karten)Sehr hoch (nicht übertragbar)
KomfortKarte vorhalten (0,5 Sek.)Finger auflegen (1-2 Sek.)
Kosten pro Tür300 – 800 €500 – 1.500 €
Kosten pro Nutzer2 – 5 € (Karte)0 € (Finger ist kostenlos)
Verlust/VergessenMöglich → Karte sperren + neueUnmöglich
HygieneBerührungslosKontakt nötig
DSGVOUnkritischAufwändiger (biometrische Daten)
Kälte/NässeFunktioniert immerKann bei nassen Fingern versagen
HandschuheFunktioniertFunktioniert nicht

RFID: Der Allrounder

RFID-basierte Zutrittskontrolle ist die am weitesten verbreitete Lösung. Mitarbeiter halten eine Chipkarte oder einen Schlüsselanhänger an den Leser — die Tür öffnet sich in unter einer Sekunde.

Wann RFID die richtige Wahl ist:

  • Viele Nutzer (20+) — Karten sind günstiger als biometrische Leser
  • Besucher und Externe — bekommen eine temporäre Karte
  • Außentüren — funktioniert bei Regen, Kälte und mit Handschuhen
  • Hygiene-Bereiche — berührungslos (NFC-Variante)
  • Kombination mit Zeiterfassung — Karte zum Ein-/Ausstempeln

Sicherheitshinweis

Nicht alle RFID-Karten sind gleich sicher. Wir setzen auf MIFARE DESFire EV2/EV3 — das sind verschlüsselte Karten, die nicht kopiert werden können. Billige EM4100-Karten (Standardkarten vom Discounter) lassen sich in 5 Sekunden klonen.

Fingerabdruck: Die sichere Option

Biometrische Zutrittskontrolle per Fingerabdruck bietet die höchste Sicherheit, weil ein Finger nicht verliehen, vergessen oder kopiert werden kann.

Wann Fingerabdruck die richtige Wahl ist:

  • Hochsicherheitsbereiche — Serverräume, Labore, Tresorräume
  • Kleine Teams (unter 10 Personen) — überschaubare Nutzeranzahl
  • Kein Kartenverlust-Risiko gewünscht
  • Kombination mit RFID — Finger + Karte für Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die DSGVO-Hürde

Fingerabdrücke sind biometrische Daten nach Art. 9 DSGVO und damit besonders geschützt. Für den Einsatz in der Zutrittskontrolle brauchen Sie:

  • Einwilligung der Mitarbeiter (freiwillig, widerrufbar) oder eine Betriebsvereinbarung
  • Datenschutzfolgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO
  • Technische Maßnahmen: Speicherung nur lokal im Leser, nicht zentral

Das ist machbar, aber aufwändiger als bei RFID.

Unsere Empfehlung

SzenarioEmpfehlung
Bürogebäude (20+ Personen)RFID (MIFARE DESFire)
ArztpraxisRFID + PIN für Serverraum
MehrfamilienhausRFID oder digitale Schließanlage
Serverraum / HochsicherheitFingerabdruck + RFID (Zwei-Faktor)
Kleines Team (unter 5)Fingerabdruck
AußentürenRFID (wetterfest, berührungslos)

Und PIN-Code?

PIN-Tastaturen sind günstig (100–200 € pro Tür), aber unsicher: PINs werden geteilt, vergessen oder durch Abnutzung der Tasten erkennbar. Als alleinige Zutrittskontrolle nicht empfehlenswert — als zweiter Faktor in Kombination mit RFID oder Biometrie aber sinnvoll.

Wir planen Zutrittskontrollsysteme für jede Anforderung — von der einzelnen Tür bis zur standortübergreifenden Lösung. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose und unverbindliche Beratung.