RFID vs Fingerabdruck: Welche Zutrittskontrolle passt zu Ihnen?
Sie planen eine elektronische Zutrittskontrolle und fragen sich: RFID-Chipkarte oder Fingerabdruckscanner? Beide Technologien funktionieren, aber sie eignen sich für unterschiedliche Szenarien.
Der Vergleich
| Kriterium | RFID-Karte | Fingerabdruck |
|---|---|---|
| Sicherheit | Hoch (verschlüsselte Karten) | Sehr hoch (nicht übertragbar) |
| Komfort | Karte vorhalten (0,5 Sek.) | Finger auflegen (1-2 Sek.) |
| Kosten pro Tür | 300 – 800 € | 500 – 1.500 € |
| Kosten pro Nutzer | 2 – 5 € (Karte) | 0 € (Finger ist kostenlos) |
| Verlust/Vergessen | Möglich → Karte sperren + neue | Unmöglich |
| Hygiene | Berührungslos | Kontakt nötig |
| DSGVO | Unkritisch | Aufwändiger (biometrische Daten) |
| Kälte/Nässe | Funktioniert immer | Kann bei nassen Fingern versagen |
| Handschuhe | Funktioniert | Funktioniert nicht |
RFID: Der Allrounder
RFID-basierte Zutrittskontrolle ist die am weitesten verbreitete Lösung. Mitarbeiter halten eine Chipkarte oder einen Schlüsselanhänger an den Leser — die Tür öffnet sich in unter einer Sekunde.
Wann RFID die richtige Wahl ist:
- Viele Nutzer (20+) — Karten sind günstiger als biometrische Leser
- Besucher und Externe — bekommen eine temporäre Karte
- Außentüren — funktioniert bei Regen, Kälte und mit Handschuhen
- Hygiene-Bereiche — berührungslos (NFC-Variante)
- Kombination mit Zeiterfassung — Karte zum Ein-/Ausstempeln
Sicherheitshinweis
Nicht alle RFID-Karten sind gleich sicher. Wir setzen auf MIFARE DESFire EV2/EV3 — das sind verschlüsselte Karten, die nicht kopiert werden können. Billige EM4100-Karten (Standardkarten vom Discounter) lassen sich in 5 Sekunden klonen.
Fingerabdruck: Die sichere Option
Biometrische Zutrittskontrolle per Fingerabdruck bietet die höchste Sicherheit, weil ein Finger nicht verliehen, vergessen oder kopiert werden kann.
Wann Fingerabdruck die richtige Wahl ist:
- Hochsicherheitsbereiche — Serverräume, Labore, Tresorräume
- Kleine Teams (unter 10 Personen) — überschaubare Nutzeranzahl
- Kein Kartenverlust-Risiko gewünscht
- Kombination mit RFID — Finger + Karte für Zwei-Faktor-Authentifizierung
Die DSGVO-Hürde
Fingerabdrücke sind biometrische Daten nach Art. 9 DSGVO und damit besonders geschützt. Für den Einsatz in der Zutrittskontrolle brauchen Sie:
- Einwilligung der Mitarbeiter (freiwillig, widerrufbar) oder eine Betriebsvereinbarung
- Datenschutzfolgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO
- Technische Maßnahmen: Speicherung nur lokal im Leser, nicht zentral
Das ist machbar, aber aufwändiger als bei RFID.
Unsere Empfehlung
| Szenario | Empfehlung |
|---|---|
| Bürogebäude (20+ Personen) | RFID (MIFARE DESFire) |
| Arztpraxis | RFID + PIN für Serverraum |
| Mehrfamilienhaus | RFID oder digitale Schließanlage |
| Serverraum / Hochsicherheit | Fingerabdruck + RFID (Zwei-Faktor) |
| Kleines Team (unter 5) | Fingerabdruck |
| Außentüren | RFID (wetterfest, berührungslos) |
Und PIN-Code?
PIN-Tastaturen sind günstig (100–200 € pro Tür), aber unsicher: PINs werden geteilt, vergessen oder durch Abnutzung der Tasten erkennbar. Als alleinige Zutrittskontrolle nicht empfehlenswert — als zweiter Faktor in Kombination mit RFID oder Biometrie aber sinnvoll.
Wir planen Zutrittskontrollsysteme für jede Anforderung — von der einzelnen Tür bis zur standortübergreifenden Lösung. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose und unverbindliche Beratung.