RFID-Frequenzen und Reichweite: 125 kHz, 13,56 MHz und UHF, welcher Chip für welche Tür
125 kHz, 13,56 MHz oder UHF? Die RFID-Frequenz entscheidet über Reichweite und Sicherheit Ihrer Zutrittskontrolle. Mit Frequenz-Tabelle, klarer Chip-Empfehlung pro Tür und einer Beispielrechnung aus NRW.

Die Frequenz Ihrer Zutrittskarte entscheidet über zwei Dinge: wie weit der Leser sie erkennt und wie leicht jemand sie kopiert. Eine 125-kHz-Karte für 1 € lässt sich mit einem Gerät vom Versandhändler in Sekunden klonen. Eine 13,56-MHz-Karte mit DESFire EV3 nicht. Wer eine Zutrittsanlage plant, sollte diese drei Frequenzbänder kennen, bevor er den ersten Leser bestellt.
Die drei RFID-Frequenzen im Überblick
RFID ist nicht gleich RFID. Es gibt drei Bänder, die in der Gebäudetechnik vorkommen, mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften:
| Band | Frequenz | Typische Reichweite | Sicherheit | Wofür gedacht |
|---|---|---|---|---|
| LF | 125 kHz | 1 bis 10 cm | sehr gering, oft unverschlüsselt | alte Anlagen, Tieridentifikation |
| HF | 13,56 MHz | 1 bis 10 cm | hoch (verschlüsselbar) | Zutritt, Bezahlung, NFC |
| UHF | 865 bis 868 MHz | 1 bis 6 m | mittel bis hoch | Schranken, Logistik, Fuhrpark |
Der erste wichtige Punkt: An einer Personentür wollen Sie keine große Reichweite. Eine Tür, die aufgeht, sobald jemand mit der Karte in der Tasche im Umkreis von zwei Metern vorbeigeht, ist keine Zutrittskontrolle, sondern ein Sicherheitsleck. Deshalb arbeiten LF und HF bewusst auf wenigen Zentimetern. Sie müssen die Karte bewusst vor den Leser halten.
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Warum 125 kHz an keine Tür gehört, die schützen soll
Die ältesten Systeme arbeiten auf 125 kHz, meist mit Chips der Familie EM4100 oder Hitag. Diese senden eine fest einprogrammierte Nummer, unverschlüsselt, immer dieselbe. Ein Kopiergerät für 20 bis 40 € liest die Nummer aus und schreibt sie auf einen Rohling. Fertig ist das Duplikat, das der Leser nicht vom Original unterscheiden kann.
Für eine Stalltür, ein Gartentor oder die Schranke zum Mitarbeiterparkplatz ist das oft egal. Für die Eingangstür einer Kanzlei, den Serverraum oder das Medikamentenlager einer Praxis ist es fahrlässig. An Personentüren setzen wir deshalb ausschließlich 13,56 MHz ein. Wo noch 125 kHz im Umlauf ist, planen wir die Ablösung mit ein.
13,56 MHz: der richtige Standard für Zutritt
Auf 13,56 MHz spielt sich heute fast alles ab, was Zutritt ernst nimmt. Hier kommt es allerdings auf den konkreten Chip an, denn auch in diesem Band gibt es sichere und unsichere Karten:
| Chip | Verschlüsselung | Status | Einsatz |
|---|---|---|---|
| MIFARE Classic | Crypto-1 | gebrochen, gilt als unsicher | nur Bestand, migrieren |
| MIFARE DESFire EV3 | AES-128 | aktueller Standard | Zutritt mit echtem Schutz |
| NFC (Smartphone) | gerätegebunden | sehr sicher | Besucher, mobile Ausweise |
Den größten Fehler sehen wir bei Bestandsanlagen mit MIFARE Classic. Die Karten funktionieren tadellos, deshalb merkt niemand, dass der Schlüssel längst auslesbar ist. Wer eine solche Anlage hat, muss nicht über Nacht alles wegwerfen, sollte aber beim nächsten Ausbau auf DESFire EV3 wechseln. Wir planen Neuanlagen auf UniFi Access mit UA Ultra Lesern, UA Door Hub und DESFire-EV3-Karten und lösen den Bestand bereichsweise ab. Erst die kritischen Türen, dann der Rest. So muss nicht an einem Tag jede Karte neu sein.
DESFire EV3 verschlüsselt mit AES-128, also symmetrisch. Klonen scheitert nicht an der Rechenleistung, sondern daran, dass Leser und Karte sich gegenseitig authentifizieren und jede Karte einen eigenen, abgeleiteten Schlüssel trägt.
Ein angenehmer Nebeneffekt von 13,56 MHz: Es ist dieselbe Frequenz wie NFC im Smartphone. Damit lässt sich ein temporärer Zutritt für einen Handwerker oder Besucher direkt aufs Handy schicken, statt eine physische Karte auszugeben und hinterher wieder einzusammeln.
UHF: hohe Reichweite, falscher Platz an der Tür
UHF auf 868 MHz liest über mehrere Meter. Genau das macht es stark für Schranken, bei denen das Fahrzeug nicht anhalten und das Fenster runterkurbeln soll, und für die Logistik, wo ganze Paletten im Vorbeifahren erfasst werden. An einer Personentür ist diese Reichweite ein Problem, weil sie erfasst, wer in der Nähe ist, statt wer bewusst eintreten will. UHF gehört deshalb an die Einfahrt, HF an die Türen dahinter. Für die Schranke ergänzen wir einen UHF-Leser eines Partnerherstellers, die Türen laufen auf UniFi Access.
Drei Mythen, kurz geradegerückt
"RFID ist RFID." Eben nicht. Zwischen einer EM4100-Karte für 1 € und einer DESFire-EV3-Karte für 3 bis 5 € liegt der Unterschied zwischen offen und geschützt. Ein paar Euro pro Karte, gemessen am Sicherheitsgewinn.
"Mehr Reichweite ist besser." An der Tür ist das Gegenteil richtig. Wenige Zentimeter sind ein Sicherheitsmerkmal, keine Einschränkung.
"Ein Leser kann eh alles." Viele Multifrequenz-Leser lesen tatsächlich LF und HF gleichzeitig. Das ist praktisch in der Migration, verführt aber dazu, alte 125-kHz-Karten weiter zu dulden. Dann hängt die Sicherheit der ganzen Anlage an der schwächsten Karte im Umlauf.
Beispielrechnung: zwei Frequenzen in einem Objekt
Spedition in Düsseldorf, Hof und Bürotrakt. Genau der Fall, für den UHF gemacht ist. An der Hofschranke liest ein UHF-Leser eines Partnerherstellers die Fahrzeug-Tags, damit die Lkw im Schritttempo durchfahren. An den vier Bürotüren und am Lager sitzt HF: UA Ultra Leser mit DESFire-EV3-Karten, dazu die App für die drei Disponenten, die ohnehin nie eine Karte dabeihaben. Zwei Frequenzen, ein Berechtigungskonzept. Für Hardware und Montage sind in dieser Größenordnung rund 4.200 € zu rechnen.
Die Reihenfolge ist dabei immer dieselbe: erst die Frage, was die Tür leisten muss, dann die Frequenz, dann der Chip. Nie umgekehrt.
Was wir Ihnen raten würden
Wenn Sie heute eine Zutrittskontrolle planen oder eine Bestandsanlage ausbauen, legen Sie sich auf 13,56 MHz mit DESFire EV3 als Standard für alle Personentüren fest. Das ist langlebig, sicher und kompatibel mit NFC-Smartphones, also auch in zehn Jahren noch eine vernünftige Basis. UHF nur dort, wo Sie wirklich Reichweite brauchen, sprich an der Schranke. Und wenn irgendwo noch 125 kHz im Umlauf ist, lösen Sie es ab, sobald es ohne großen Aufwand geht.
Wer zwischen Karte und Fingerabdruck schwankt, findet die Abwägung in unserem Beitrag zu RFID gegen Biometrie. Wie sich eine Anlage ohne großen Umbau nachrüsten lässt, steht im Beitrag zum Nachrüsten der Zutrittskontrolle.
Wir planen und installieren Zutrittskontrollsysteme auf UniFi Access, vom einzelnen UA Ultra Leser bis zur Anlage über mehrere Gebäude: Zutrittskontrolle in Düsseldorf, Köln und Bonn. Welche Frequenz und welcher Chip zu Ihren Türen passen, klären wir in einer kostenlosen Erstberatung vor Ort.
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